Orden

1200 Jahre im Zeichen des Narren

Eine kleine Zeitreise ...
... und ein paar Ideen für die Session 2014/15

Mittelalter

Karl der Große

Darstellung Karls des Großen mit seinem Sohn, darunter ein Schreiber
(Entnommen aus: wikipedia, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karl_der_Grosse_-_Pippin_der_Bucklige.jpg)

Wir befinden uns im gar nicht so finsteren Mittelalter. In Retzbach wird zwischen Bischof Wolfgar von Würzburg und Abt Ratgar aus dem Benediktinerkloster in Fulda der Streit um die Zehnteinkünfte beigelegt. In Franken herrschen – die Franken! Karl der Große wird zum Kaiser gekrönt und herrscht über ein weites Reich.
Vielleicht wäre es an der Zeit, ihn und seine tapferen Recken wieder aufleben zu lassen?

A Court Fool

Hofnarr aus dem 15. Jahrhundert
(Entnommen aus: wikipedia, ://commons.wikimedia.org/wiki/File:A_Court_Fool_of_the_15th_Century.png)

Das Mittelalter ist auch die Zeit des Hofnarren. Ihm ist es erlaubt, dem Herrscher den Spiegel vorzuhalten und auf Missstände aufmerksam zu machen. Es war also immer schon ein Kennzeichen der Narren, der Obrigkeit zu sagen, was dem Volke „stinkt“.

Diese Tradition pflegen wir auch heute noch. Diesmal vielleicht im `alten Gewand´?

Renaissance

Pietro Longhi

Venezianische Masken um 1800
(Entnommen aus: wikipedia, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pietro_Longhi_034.jpg)

Wir befinden uns im Venedig des 16. und 17. Jahrhunderts es ist Karneval und schon damals begeistern die fantasievollen Masken und aufwändigen Kostüme. Gezeigt werden sie Allen auf der Straße. In gewisser Weise ist der „Straßenfasching“ geboren.

Retzbacher Dominos

Retzbacher Dominos bei der Faschingsbeerdigung
(Foto: privat)

Und noch eine Retzbacher Tradition findet hier ihren Anfang:
Ursprünglich trugen ihn Geistliche, v.a. Mönche. Ab dem 16. Jahrhundert dient er als verhüllende Tarnung, besonders, wenn man am Abend auf dem Weg zu einem Rendez-vous ist. Alsbald findet er sich auch als beliebte Verkleidung im Karneval wieder. Wann er nach Retzbach gekommen ist, ist nicht klar, aber er hält sich bis heute tapfer. Von seinen ursprünglichen Trägern behält er den Namen: der Domino.
Wäre das Retzbacher Jubiläum nicht genau die richtige Zeit, diese Tradition ordentlich wiederzubeleben?

Moderne I

Napoleon Bonaparte

Napoleon Bonaparte
(Entnommen aus: wikipedia, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jacques-Louis_David_017.jpg)

Wir befinden uns in der Zeit um 1806. Alle deutschen Länder stöhnen unter der französischen Besatzung. Alle Länder? Nein! Bayern kämpft an der Seite Napoleons und wird dafür mit einem großen Teil Frankens belohnt. Für einige Jahre gibt es sogar ein Großherzogtum Würzburg.
Obwohl die Franken dieser Zwangsehe nicht mehr entkommen, fügen sie sich nie und gelten damals wie heute als eigensinnig und willensstark.
Der Fasching in Franken lehnt sich in dieser Zeit stark an das Rheinland an, das sich mit Funkenmariechen und feschen Mädchen in Gardekostümen über die Besatzer lustig macht. So halten die Narren im Karneval erneut den Herrschern den Spiegel vor.
Und die militärischen Elemente, wie das klassische Kostüm der Gardemädchen und deren Gardetanz halten sich bis heute.

Moderne II

Moderne 1

(Entnommen aus: wikipedia, http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/f/fe/Hochrad2.jpeg)

Moderne 2

(Quelle: http://loc.gov/pictures/resource/ggbain.24590/)

Moderne 3

(Entnommen aus: wikipedia, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Marlene_Dietrich_in_The_Blue_Angel.png )

´Modern Times´ stellt Charly Chaplin im 20. Jahrhundert in seinem gleichnamigen Film dar- und den verzweifelten Versuch des Menschen, mit ihnen Schritt zu halten. Tatsächliche zeichnet sich spätestens seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts eine rasend schnelle technische Entwicklung ab.
„Modernen Zeiten“ standen die Retzbacher eher skeptisch gegenüber: so wurde Retzbach zwar Anfang der 1920er Jahre an das Stromnetz angeschlossen, den Bau einer Eisenbahnreparaturstätte verhinderten die Retzbacher aber erfolgreich – sie verkauften keine Äcker und die Bahn bekam so keinen Baugrund.
Ob das bei einem Faschingszug thematisiert wurde kann leider nicht mehr festgestellt werden.
Aber vielleicht bieten die „Modernen Zeiten“ oder auch die „Goldenen“ des 20. Jahrhunderts Stoff für die Session 2014/15?

© Sarah Brimer, 2014

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